Mittwoch, 30. Dezember 2015

Die Vergangenheit ruhen lassen

Zwischen den Jahren beschleicht mich immer wieder eine gewisse Wehmut, mit der ich zurück blicke auf all das, was ich in meinem Leben bereits erlebt habe. Viele schöne Dinge, aber eben auch viele nicht so schöne Dinge. 
Einige von euch werden sich vielleicht erinnern, viele werden es vergessen haben, und ein paar neue Leser werden es noch gar nicht wissen, dass ich bereits eine längere Krankheitsgeschichte hinter mir habe. 
Weil mir dieses Thema einfach keine Ruhe lässt, versuche ich mich daran, einen einigermaßen passenden Blogpost darüber zu verfassen. 


Zu allererst sei schon mal gesagt, dass dieser Post in erster Linie mir und meinem Gewissen dienen soll, damit meine Seele vielleicht irgendwann damit Frieden schließen kann, denn das hat sie bis heute nicht gekonnt. 


Ich möchte an dieser Stelle die Fakten einmal ganz kurz und sachlich anführen, um im Anschluss meine persönlichen Gedanken dazu zu äußern: 

2007, im Alter von 17 Jahren, bin ich an Morbus Hodgkin erkrankt, das ist ein bösartiger Lymphdrüsenkrebs. Naja, nach Stadien eingeteilt hieß das dann Stadium 3B, bedeutet fortgeschrittenes Stadium mit B Symptomatik, und Befall auf beiden Seiten des Zwerchfells. Oder so ähnlich. Dann folgten 8 Chemotherapien und 20 Sitzungen Bestrahlungen, insgesamt 3 Operationen, 4 Knochenmarkspunktionen und knapp 200 Neupogenspritzen. Ich würde sagen, in 2007 habe ich meinen persönlichen Highscore geknackt, was so das beschissenste Jahr anging. Ich befand mich kurz vor dem Abitur und musste meine Schullaufbahn auf dem Gymnasium unfreiwillig beenden.

Mittlerweile bin ich seit dem Oktober 2008 auch offiziell krebsfrei, was bedeutet, das ich den Krebs damals besiegen konnte, im Oktober 2018 werde ich offiziell als geheilt gelten, wenn bis dato keine erneute Erkrankung auftritt - wovon wir alle ja wohl ausgehen ♥


Also, lange Rede kurzer Sinn - warum wollte ich euch das jetzt eigentlich alles erzählen? 

Nun war es eben so, dass ich zu der Zeit, als ich damals krank wurde, mitten in meiner Teenagerzeit war, und vieles sowieso schon total unrund lief, aber immerhin hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein gut funktionierenden Freundeskreis, Leute mit denen ich Spaß hatte und die mich nicht sofort gemobbt oder gemieden hatten, so wie die ganzen Jahre davor. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben selbstbewusst genug um zu mir zu stehen. Ich war sogar so selbstbewusst, dass ich es genoss anders zu sein und aus Prinzip anders aussehen wollte; Damals kleidete ich mich mehr so Emo-Scene-mäßig, falls das für den ein oder anderen von euch noch ein Begriff ist. 
Jedenfalls wurde ich mit dieser Erkrankung unfreiwillig gebranntmarkt, was mich bis heute verfolgt. Niemand kann sich vorstellen wie es ist krebskrank zu sein, oder eine Chemotherapie zu bekommen. Und wenn wir ehrlich sind, interessiert sich auch niemand Gesundes dafür, oder? 
Jedenfalls wurde ich damals mit tonnenweise Mitleid übergossen, jeder bedauerte was da passiert ist und auf einmal waren meine Familie und ich überall Gesprächsthema. Wir wohnen auf dem Land, da kennen sich die Leute untereinander - und da reden die Leute auch untereinander, und leider auch voneinander.
In der Schule war es so, dass ich zu Anfang wirklich viel Unterstützung bekommen habe, was mir gut tat, denn ich wusste ja nicht wirklich was auf mich zukommen würde. Aber schon nach kurzer Zeit verflog das und ich stand ganz schön alleine da. Ich habe Verständnis dafür, wenn Menschen einfach keinen Zugang zu dieser Krankheit finden, und einfach nicht wissen, wie sie mit so etwas umgehen sollen. Ich habe allerdings kein Verständnis dafür, wenn man dann nicht einfach nachfragt und sich kundig macht. So war es z. B. mit oben besagten Freundeskreis. 
Ich hatte damals einen besten Kumpel, mit dem ich mich über alles unterhalten habe, mit dem ich viel erlebt habe. Dieser Mensch hat mir sehr viel bedeutet. Er war auch die erste Person, der ich von meiner Erkrankung erzählt habe, unmittelbar nachdem ich selbst die Diagnose erhalten habe. Seine erste Reaktion: "Oh nein, oh mein Gott, wir sind alle für dich da und wir schaffen das zusammen." Das sollte sich allerdings ändern, nachdem ich meine Haare verloren habe. Ich habe diese Person ein einziges Mal danach noch gesehen, und dann habe ich nie wieder etwas gehört. 
Genauso war es auch mit zwei Freundinnen, die mir davon erzählten, wie oft sie zuhause sitzen würden und heulten, während ich im Krankenhaus liege und die Therapie bekomme. Das baut einen Kranken auf, oder? Zumindest Schuldgefühle und Betroffenheit machen sich breit, und man fühlt sich noch elender als sowieso schon. Unmittelbar nachdem ich das auch so kommuniziert habe, habe ich auch von diesen beiden nichts mehr gehört. 
Alle anderen sozialen Kontakte aus der Schule sind ebenfalls wie gelöscht, als ob ich niemals existiert hätte. 
Als ich gesund war, wurde ich auf den damaligen Abiball wurde eingeladen, mehr aus Anstand als aus Interesse. Die Anzahl derer, die sich mit mir unterhalten haben war erschreckend überschaubar. Selbst die Lehrer haben mich nicht angesprochen und mich nicht angesehen. 
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht verletzt hätte: all die so vertrauten Gesichter die dich komplett zu ignorieren scheinen und dich trotzdem beobachten und über dich reden, all die Fotos und Videoausschnitte von Studienfahrten der anderen, an denen du jetzt nicht mehr teilgenommen hattest, all die Erinnerungen, die noch in deinem Kopf sind, aber scheinbar nicht mehr im Kopf deiner Freunde, all das fühlt sich für dich so an, als ob du fehl am Platz bist. Ich habe später auf diesem Abiball gesessen, und geweint. 

Heute knapp 7 Jahre nach dieser Zeit blicke ich immernoch erschreckend oft daran zurück, wie sehr sich mein Leben durch diese Erkrankung geändert hat. Trotzdem bin ich dankbar für jede Erfahrung die ich gemacht habe, denn sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Es war eine verdammt schwere Zeit mit diesem Verlust klarzukommen und zu leben, denn schließlich ist es für mich wirklich wie ein Auslöschen meiner Vergangenheit gewesen. Und noch heute gibt es Momente in denen ich mich immernoch Gebranntmarkt fühle, und das wird wohl auch niemals enden, aber ich habe gelernt damit zu leben, und lebe somit einfach mein Leben ohne Vergangenheit vor 2007, und ohne Menschen, die einfach nicht mit meiner Krankheitsgeschichte umgehen konnten/wollten. 


Warum habe ich jetzt einen so langen Post über meine Vergangenheit geschrieben? 

Ich bin davon überzeugt, dass auch noch andere Menschen gibt, die ganz viel ähnliches erlebt haben, und ich möchte versuchen in dieser Gesellschaft einfach Platz zu schaffen für etwas, was jeden von uns treffen kann. Krebs geht jeden von uns etwas an, denn schließlich kann es auch jeden von uns treffen. Die Augen zu schließen ist leicht, aber auch feige. Vergesst niemals, dass auf der anderen Seite immernoch ein Mensch eine harte Zeit durchmacht. Schenkt ihm Vertrauen, Verständnis und Mut, und kein Mitleid. 

Kranke Menschen sind Kämpfer, keine Opfer. 

In diesem Sinne wünsche ich euch vielleicht einen Moment der Refektion, aber in jedem Falle ein gesundes Jahr 2016 ♥

Montag, 14. Dezember 2015

[Oufit] Sancho Poncho

Das Trendpiece in diesem Jahr ist wohl der Poncho. Die letzten Jahre hat sich dieses Kleidungsstück immer ziemlich im Hintergrund gehalten, und wenn wir ehrlich sind, kam sich jeder etwas bescheuert vor, wenn er da in einem übergroßen Überwurf ankam. Aber dieses Jahr wurde der Poncho, oder das das Cape, salonfähig. Es gibt in den Läden zahlreiche Variationen und auch ich besitze einen Poncho, nämlich genau diesen, den ihr hier in der Collage findet. Ich finde ihr super einsatzfähig und sehr leger. Ich kombiere diesen Poncho sehr gern etwas rustikaler mit Boots :) Besitzt ihr auch Ponchos? Wie kombiniert ihr ihn?

Freitag, 11. Dezember 2015

[Outfit] Cozy Christmas

Produkte erhältlich unter hm.com/de
Hallo meine Lieben,

hier habe ich wieder ein Outfit für euch, sehr simple Basic-Teile, die glaub ich jeder so in der Art im Schrank hat, können durch ein Statement-Piece super in Szene gesetzt werden. Das ist in diesem Fall die hellgemusterte Weste, die aktuell richtig im Trend ist. Generell werden die meisten Fashion-Visctims unter euch bereits gemerkt haben, dass Franse, Fakefur und Co diese Saison schwer in Mode sind, und kaum noch weg zu denken sind aus den meisten Modegeschäften. Ich für meinen Teil brauche ja immer etwas länger, bis ich mich mit solchen Trends anfreunden kann, und so besitze ich ebenfalls noch kein einziges Kleidungsstück mit Fransen, und bis es soweit ist, wird es wohl auch noch etwas dauern... Aber es sieht an anderen toll aus und deshalb hoffe ich, dass ich euch heute mal wieder etwas inspirieren konnte und wünsche euch noch einen wunderschönen Abend ♥
Machts gut,
eure Nicki

Dienstag, 8. Dezember 2015

schon wieder ein Jahr vorbei

Hallo meine Lieben,

nach langer Abstinenz melde ich mich zurück, nachdem ich privat einfach besseres zu tun hatte. Ich möchte da ehrlich sein, das Internet, Youtube und auch mein Blog stehen einfach nicht mehr an erster Stelle in meinem Leben, und ich denke dass die meisten von euch das nachvollziehen können. Ich möchte aber in Zukunft ein bisschen aktiver werden, drückt mir die Daumen, dass mir das auch gelingt ♥

Also möchte ich diesen Post einmal nutzen, um euch ein wenig auf den neusten Stand zu bringen, bevor ich demnächst wieder regelmäßig beginne zu posten. 




Nun, was ist in der Zwischenzeit passiert? 
Naja, das offensichtlichste ist wohl, dass ich älter geworden bin, und sich ein paar Dinge in meinem Leben geklärt und geregelt haben, über die ich sehr froh bin. Ich kann aus vollem Herzen und mit voller Überzeugung behaupten, dass ich das schönste Leben führe, was ich nur führen kann. Ich bin gesund, habe eine tolle Familie, die hinter mir steht, einen wundervollen Partner an meiner Seite, der mir nicht nur den Rücken stärkt, sondern auch dafür sorgt, dass ich mich jedes Mal auf neue in ihn verliebe, wenn ich ihn sehe, und ich bin einfach glücklich und zufrieden über das, was ich mir in den letzten Monaten so hart erarbeitet habe. 
Aber ich möchte nicht nur von meinem ach so tollen Leben schwärmen, jeder von uns hat wohl auch mal schwache Momente, die uns schlucken lassen und mit denen wir erstmal klar kommen müssen. Aber es ist umso schöner auf solche Zeiten zurück blicken zu können, wenn man sie überwunden hat. 

Vom Grundprinzip hat sich bei mir nichts geändert, ich wohne immernoch allein, habe eine Katze und schminke mich immernoch so gern wie vor zwei Jahren - allerdings hat sich mein Geschmack und meine Selbstsicherheit sehr verändert. Habe ich mir vor ein bis zwei Jahren noch viele Gedanken um mein Äußeres gemacht, beginne ich immer mehr zu dem zu stehen, was ich habe. Das geschah nicht von heute auf morgen, aber mittlerweile kann ich sagen, dass ich kein Problem mehr habe ohne Haarspray und ungeschminkt vor die Tür zu treten (wäre für mich undenkbar gewesen :D). 

Außerdem bin ich eine richtige Sportskanone geworden. Ich bin mittlerweile von Kleidergröße 54 auf 40/42 gekommen, was für mich ein riesen Erfolg ist - aber noch nicht genug. Ich habe kein genaues Ziel vor Augen, sondern bin dann zufrieden wenn ich in den Spiegel gucke und sagen kann, dass alles so aussieht wie ich es mir immer gewünscht habe - gut, bei meiner selbstkritischen Ader wird dieser Moment wohl nie eintreffen, aber man darf ja auch noch träumen ;). Jedenfalls bringe ich es im Regelfall auf 5x Sport die Woche - nur jetzt in der Weihnachtszeit habe ich es auf 3x reduziert, das gönn ich mir einfach ;).

Ansonsten würde ich an dieser Stelle sagen, freue ich mich auf die weitere Zeit mit euch auf diesem Blog und verabschiede mich für heute. Eine kleine Ankündigung möchte ich allerdings noch machen: 

Ab morgen werden täglich Outfitposts von mir kommen eine Woche lang bis zum 15.12. - ein kleines Weihnachtsspecial sozusagen, damit ihr noch genug Zeit zum Weihnachtsshoppen habt, falls ich euch inspirieren konnte.

Dann möchte ich mich auch für heute verabschieden, 
alles Liebe 
eure Nicki ♥