Dienstag, 26. Juli 2011

Wirre Gedanken zu Oslo und der Welt

    Wer nicht an einem recht nachdenklich gestimmten Text voller Gedanken, Gefühle und so, der sollte vielleicht vorab besser wegklicken      

Allein aus der Überschrift könnt ihr schon erkennen worum sich mein heutiges Thema dreht. Ich habe irgendwie Redebedarf, wo es für mich als 'Unbetroffene' doch eigentlich keinen Redebedarf geben müsste. Doch - sage ich, genau den gibt es, den muss es geben, bei jedem gesunden Menschen für den Terror, Grausamkeit und Egoismus schlimme Dinge sind und unverstanden bleiben.

So geht es mir auch. Natürlich habe ich nur wie jeder andere auch die Neuigkeiten von den hiesigen Medien mitbekommen. Ich saß im Auto als die Durchsage im Radio lief "Bombenexplosion in Oslo". Natürlich bekommt man da ein mulmiges Gefühl, wir sind die Generation 9-11, die den Fall der Türme als erste wirklich schlimme Katastrophe erfahren hat. Bei jedem Anschlag stirbt ein bisschen mehr Menschlichkeit und es stirbt auch immer ein Teil von uns mit, weil wir mit jedem Mal hilfloser zu werden scheinen.

Als ich dann wieder zuhause den Fernseher einschaltete und beim Zappen bei den Nachrichten hängen blieb, lief es mir kalt den Rücken hinunter. Es wurde auf einer Veranstaltung für Jugendliche umher geschossen. Dieses Bild, das ich mir einfach selbst von der Situation machen musste, hat sich nun fest in meinen Kopf gebrannt. Ich finde diese Form des Terrors so unendlich schrecklich. Es wird auf Kinder geschossen, die für etwaige Probleme und Missstände in der Gesellschaft, in der Politik nichts können. Es wird auf die gezielt, der Täter hat jedes Kind anvisiert und es mit voller Absicht getötet, weil es sterben muss, damit soviele Menschen wie möglich von dieser Tat erfahren. 

Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar, und auch nicht zu verteidigen, wie ein Mensch so grausam sein kann. Mit nichts kann man so etwas entschuldigen, und als Täter kann man so eine Tat auch nicht abbüßen, den Tod hat man noch nicht mal verdient, weil doch eher eine Erlösung wäre, als eine Lösung. Ich weiß nicht ob es euch ähnlich geht, vielleicht bausche ich das Thema auch nur auf, aber mich beschäftigt es wirklich. Ich lasse mich nicht von Medien verrückt machen, denn die bekomme ich tagsüber eh nicht mit auf der Arbeit, und abends möchte ich mir das nicht vorsätzlich anhören. Ich mache mir schon genug Gedanken darüber und fühle mit Norwegen und jedem, der einen geliebten Menschen verloren hat. 

Ich danke euch, wenn ihr diesen Beitrag bis zum Schluss gelesen habt, aber ich musste mich einfach zu diesem Thema äußern, weil es so wichtig ist, nicht die Augen zu schließen vor all dem Grauen auf dieser Welt.

Auf der Internetseite http://www.vg.no/nyheter/innenriks/oslobomben/lenke.php?start=262152 könnt ihr an einer virtuellen Menschenkette teilnehmen: 

Das norwegische Massenblatt VG (Verdens Gang=Der Lauf der Welt) macht gerade eine virtuelle Menschenkette als Symbol der Ablehnung von Gewalt und des Mitgefühls mit den Betroffenen. 896796 sind schon dabei. ...auf den Link über den Nationalflaggen klicken: "Klikk her for å styrke lenken" - und dann die Felder ausfüllen. In der Liste nach Tyskland / Germany suchen !

Kommentare:

  1. ich kann dich voll verstehen... mitunter wird auch die wichtigkeit von menschen beurteilt.
    ich durfte mir dumme kommentare anhören, weil ich etwas zu amy geschrieben habe und die zu norwegen, was ja viel schlimmer wäre...

    menschenleben ist menschenleben
    Seelenmensch

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  2. Da hast du vollkommen Recht!
    Außerdem sollte jeder Mensch selbst für sich Bilanz ziehen dürfen, und selbst entscheiden, was ihn mehr berührt, oder zumindest worüber er sich mitteilen will. Arme Welt mittlerweile...

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